Die Nische für deinen Podcast.
Wie du ein Thema findest, an dem deine Wunschkunden nicht vorbeikommen
Die meisten Business-Podcasts scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass sie für alle sprechen und damit für niemanden wichtig sind.
Die Nische für deinen Podcast leitest du aus deinem Angebot ab, also daraus, wer bei dir kauft, in welcher Situation und mit welchem Problem. Daraus baust du einen Podcast, den diese Menschen nicht ignorieren können. Dafür brauchst du keine Massen, sondern die Richtigen.
Warum ein Podcast für alle niemandem hilft
- Hörer gibt es genug. Laut Digitalverband Bitkom hören 54 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren zumindest gelegentlich Podcasts (September 2026). Ein Jahr zuvor waren es 49 Prozent.
- Konkurrenz auch. Rund 4,7 Millionen Podcasts sind weltweit registriert, rund 480.000 davon haben laut Podcast Index in den letzten 90 Tagen eine Folge veröffentlicht (2026). Mit „Business“, „Erfolg“ oder „Marketing“ bist du einer von Tausenden.
- Die meisten halten nicht durch. Von 193.413 Podcasts, die 2025 ernsthaft gestartet sind, veröffentlichen laut Podchaser weniger als 40 Prozent noch neue Folgen.
Drei Fehler sind dabei besonders häufig.
- Das Thema folgt der Leidenschaft, nicht dem Angebot. Ein Steuerberater, der über Motivation spricht, gewinnt damit kaum Mandanten, weil niemand die Verbindung herstellt.
- Der Podcast spricht zu Kollegen. Fachsimpeln unter Experten fühlt sich gut an, aber Kollegen kaufen nicht bei dir, und deine Kunden steigen aus.
- Die Zielgruppe ist „alle Unternehmer“. Wer alle anspricht, bei dem denkt niemand „das ist genau für mich“.
Wie viele Hörer du wirklich brauchst
- Die echten Zahlen. Laut Buzzsprout kommt der mittlere Podcast in den ersten sieben Tagen auf 27 Downloads pro Folge. Mit 96 gehörst du zum besten Viertel, mit 412 zu den besten 10 Prozent (Stand September 2026). Was die Zahlen bedeuten, steht im Beitrag Podcast-Statistiken verstehen.
- 100 Richtige schlagen 10.000 Zufällige. 100 Geschäftsführer aus deiner Zielbranche, die dir jede Woche eine halbe Stunde zuhören, wären bei jedem Fachvortrag ein voller Saal.
- Die 95:5-Regel. Nach Forschung von John Dawes vom Ehrenberg-Bass-Institut, 2021 veröffentlicht mit dem B2B Institute von LinkedIn, suchen zu jedem Zeitpunkt nur etwa 5 Prozent der B2B-Kunden aktiv einen Anbieter. Ein Podcast in deiner Nische sorgt dafür, dass die anderen 95 Prozent an dich denken, wenn sie so weit sind.
Wie dieser Effekt im Vertrieb wirkt, mit Zahlen von Gartner und 6sense, steht im Beitrag Podcast im Marketing-Funnel.
Die Nische aus deinem Angebot ableiten
Bei Studio M starten wir mit jedem Kunden bei seinem Angebot. Wir klären, was er genau verkauft, an wen und welches Problem er löst. Erst dann legen wir fest, welche Art von Podcast und welche Themen darauf aufbauen. Das Ziel ist ein Podcast, den man in seiner Nische kennen muss, weil dort ein Experte aus der Nische für die Nische spricht.
Warum das wirkt, zeigt der B2B Thought Leadership Report 2025 von Edelman und LinkedIn mit 1.934 Führungskräften. Bei der finalen Entscheidung für einen Anbieter zählt für 85 Prozent, dass er die spezifischen Herausforderungen ihres Unternehmens versteht, für 76 Prozent das Verständnis der Branchentrends und für 74 Prozent, dass er als führender Experte gilt. Und 53 Prozent sagen, dass die Bekanntheit einer Marke weniger zählt, wenn ihre Fachinhalte stark sind. Genau das kann ein Nischen-Podcast leisten.
Vier Fragen bringen dich zu deiner Nische.
- Wer kauft bei dir? Eine Rolle und eine Lage, etwa Inhaber von Handwerksbetrieben mit 10 bis 50 Mitarbeitern.
- In welcher Situation? Wann wird dein Angebot dringend, bei der Nachfolge, beim ersten Mitarbeiter, nach einem gescheiterten Projekt?
- Welches teure Problem? Was kostet es deine Kunden an Geld, Zeit oder Nerven, wenn sie es nicht lösen?
- Was ist dein Blickwinkel? Was weißt du aus Erfahrung, das andere nicht sagen? Laut Edelman wünschen sich 86 Prozent der Entscheider, mit denen der Vertrieb nie direkt spricht, Perspektiven, die ihre Annahmen infrage stellen.
Daraus entsteht dein Show-Versprechen in einem Satz. „Für [wer] in [Situation], die [Ziel oder Problem], mit [deinem Blickwinkel].“ Er gehört in Titel, Beschreibung und Cover, damit jeder sofort weiß, ob er gemeint ist.
Zwei Beispiele aus unserer Arbeit
- PreSales Unleashed. Im deutschsprachigen PreSales-Markt, also bei den Fachleuten, die im B2B-Software-Vertrieb die technische Beratung vor dem Abschluss übernehmen, gab es keine etablierte Podcast-Präsenz. Die Gründer haben diese Lücke besetzt. Heute ist der Podcast nach ihrer eigenen Aussage ihr wichtigster Marketingkanal, Akquisekanal und Quelle für LinkedIn-Inhalte zugleich.
- Dein Höhenweg. Noreen Eickenberg ist Sportmental-Coach und spricht über mentale Stärke im Reitsport. Enger geht es kaum, und genau das funktioniert. Über ihren Podcast gewinnt sie mehrmals im Monat neue Kunden.
Deine Nische prüfen, bevor du startest
- 30 Folgenthemen aus echten Fragen. Sammle 30 Fragen, die dir Kunden und Interessenten wirklich gestellt haben, aus E-Mails, Erstgesprächen und Kommentaren. Jede ist ein Folgenthema, das garantiert jemand hören will. Fallen dir keine 30 ein, ist die Nische zu eng oder du kennst sie noch nicht gut genug.
- 20 Wunschgäste. Notier 20 konkrete Menschen aus der Nische, am besten solche, die auch Kunden sein könnten. Gäste machen deinen Podcast außerdem haltbarer. Laut Podchaser veröffentlichen von den Shows mit 26 bis 52 Folgen noch 67 Prozent derer mit Gästen, aber nur 50 Prozent derer ohne.
- Der Wettbewerbs-Check. Such auf Apple Podcasts, Spotify und YouTube nach deinem Thema. Gibt es zehn ähnliche Podcasts, brauchst du einen schärferen Blickwinkel. Gibt es keinen, prüf über Google und LinkedIn, ob es die Menschen und ihre Fragen wirklich gibt.
- Fünf Gespräche. Erzähl fünf Menschen aus der Nische dein Show-Versprechen. Fragen sie, wann die erste Folge kommt, hast du deine Nische.
Zu eng oder zu breit?
Entscheidend ist nicht, wie viele Menschen es in deiner Nische gibt, sondern ob genug davon bei dir kaufen könnten.
- Zu breit ist sie, wenn dein Podcast-Titel von hundert anderen stammen könnte, deine Hörer nicht bei dir kaufen würden oder du keine konkreten Wunschgäste benennen kannst.
- Zu eng ist sie, wenn dir keine 30 Themen einfallen, es weniger potenzielle Kunden gibt, als du brauchst, oder du dich nach zehn Folgen wiederholst.
- Im Zweifel eng starten. Ausweiten kannst du, wenn du dir einen Namen gemacht hast. Andersherum klappt es selten.
Eine Nische, vier Hörertypen
Auch in einer klaren Nische hört nicht jeder gleich zu. Ein Modell, das auf die Psychologen Fritz Riemann und Christoph Thomann zurückgeht und in der Rhetorik verbreitet ist, unterscheidet vier Grundbedürfnisse. Jeder Mensch trägt alle vier in unterschiedlicher Stärke in sich.
- Nähe. Diese Hörer wollen Menschen erleben, persönliche Geschichten, echte Gäste, Haltung.
- Distanz. Diese Hörer wollen Fakten, Zahlen, Studien und klare Ergebnisse.
- Dauer. Diese Hörer wollen Ordnung, einen roten Faden, nachvollziehbare Schritte und eine Zusammenfassung.
- Wechsel. Diese Hörer wollen Neues, Ideen, Trends und ein Gespräch mit Tempo.
Plan deshalb in jede Folge ein Stück für alle vier ein, eine persönliche Geschichte, eine Zahl, eine klare Struktur und einen Ausblick.
Typische Fehler bei der Nische
- Nach fünf Folgen das Thema wechseln. Vertrauen braucht Wiederholung. Ein fester Rhythmus hilft, laut Podchaser sind Shows, die etwa alle zwei Wochen erscheinen, häufiger noch aktiv (44 Prozent) als wöchentliche (39 Prozent) oder tägliche (28 Prozent).
- Gäste aus der eigenen Blase. Lade Menschen ein, die deine Kunden sind oder sein könnten, nicht nur Kollegen und Freunde.
- Prominente statt Passende. Ein bekannter Gast bringt vielleicht Reichweite, ein Gast aus deiner Nische bringt Vertrauen und manchmal einen Auftrag.
- Das Versprechen nur im Kopf. Es gehört in Titel, Beschreibung, Cover und die ersten 30 Sekunden jeder Folge.
Bonus
Der KI-Prompt für deine Podcast-Nische
Dieser Prompt arbeitet wie ein Strategiegespräch. Fehlen ihm wichtige Angaben, fragt er zuerst nach. Dann rechnet er aus, wie viele Kunden du für dein Ziel brauchst, vergleicht drei Nischen mit Punkten, sucht bei jeder die größte Schwäche und arbeitet die beste komplett aus.
Er funktioniert in ChatGPT, Claude und Gemini, am besten mit einem Modell, das ausführlich nachdenkt, und mit eingeschalteter Websuche. Nimm dir für die Angaben eine halbe Stunde. Je mehr echte Fragen und Kundenbeschreibungen du einfügst, desto besser das Ergebnis. Erfundene Kunden liefern erfundene Nischen.
Prompt
Du bist Podcast-Stratege für Unternehmer, Berater und Experten. Du misst einen Business-Podcast nicht an Downloads, sondern daran, wie viele Hörer zu Kunden werden. Deine Aufgabe ist, mit mir die Nische für meinen Podcast zu finden, also das Thema und die Hörergruppe, bei denen aus Zuhören am ehesten ein Auftrag wird. ## Woran du ein gutes Ergebnis erkennst – Die Hörer können mein Angebot kaufen, und es gibt genug von ihnen für mein Ziel. – Das Thema trägt mindestens 50 Folgen, ohne dass ich mich wiederhole. – Meine Erfahrung macht mich in dieser Nische glaubwürdig. – Jemand aus der Zielgruppe liest den Titel und denkt sofort „das ist für mich“. ## Mein Angebot [Was verkaufst du, in welcher Form, zu welchem Preis? Wie hoch ist ein durchschnittlicher Auftrag?] ## Mein Ziel [Wie viele neue Kunden pro Jahr soll der Podcast bringen? Gibt es weitere Ziele, z. B. Partner, Mitarbeiter, Sichtbarkeit in einer Branche?] ## Meine besten Kunden [3 bis 5 echte Kunden, ohne Namen: Rolle, Branche, Unternehmensgröße, was den Kauf ausgelöst hat, Problem vorher, Ergebnis nachher, warum sie sich für dich entschieden haben] ## Kunden, die ich nicht mehr will [Wer passt nicht zu dir und warum?] ## Echte Fragen [10 bis 30 Fragen von Kunden und Interessenten, wörtlich aus E-Mails, Erstgesprächen und Kommentaren] ## Mein Blickwinkel [Deine Erfahrung, Methode oder Haltung. Wo widersprichst du der gängigen Meinung in deiner Branche?] ## Rahmen [Sprache und Region, Zeit pro Woche, Audio oder Video, Ideen, die du schon hast] ## Vorgehen 1. Prüf meine Angaben. Fehlt etwas, das das Ergebnis deutlich verändern würde, stell mir zuerst höchstens fünf gezielte Rückfragen und warte auf meine Antworten. Sonst leg direkt los. 2. Such die Muster. Welche Rollen, Situationen und Auslöser tauchen immer wieder auf? Ordne die echten Fragen nach Thema und danach, wie nah sie am Kauf sind: Problem verstehen, Lösungen vergleichen oder Anbieter auswählen. 3. Rechne nach. Wie viele Kunden brauche ich für mein Ziel? Schätz für jede Nische, wie viele passende Unternehmen oder Personen es in meiner Region gibt, und kennzeichne jede Schätzung als Annahme mit kurzer Begründung. 4. Entwickle drei klar unterschiedliche Nischen, eine enge, eine mittlere und eine mutige, die mich deutlich von anderen abhebt. 5. Prüf den Wettbewerb. Kannst du im Web suchen, nenne bestehende Podcasts zu jeder Nische auf Apple Podcasts, Spotify und YouTube. Kannst du es nicht, gib mir die Suchbegriffe, mit denen ich selbst prüfe. 6. Bewerte jede Nische mit 1 bis 5 Punkten nach Kaufnähe der Hörer, Größe der Zielgruppe im Verhältnis zu meinem Ziel, Themen für 50 Folgen, Gästen, die auch Kunden sein könnten, Abstand zu bestehenden Podcasts und meiner Glaubwürdigkeit. Begründe jede Zahl in einem Satz. 7. Sei dein eigener Kritiker. Nenn für jede Nische den stärksten Grund, warum sie scheitern könnte. 8. Empfiehl eine Nische und arbeite nur diese im Detail aus. ## Ausgabe A. Kurzanalyse, die wichtigsten Muster aus Kunden und Fragen in höchstens fünf Punkten. B. Vergleichstabelle der drei Nischen mit Punkten, Gesamtwert und größtem Risiko. C. Die empfohlene Nische im Detail: – Show-Versprechen in einem Satz: Für [wer] in [Situation], die [Ziel oder Problem], mit [meinem Blickwinkel]. – Fünf Titelvorschläge, die ohne Erklärung verstanden werden, ohne Wortspiele, dazu eine Beschreibung für Spotify und Apple Podcasts in zwei Sätzen. – Format: Solo, Interview oder Mischung, Länge und Rhythmus, jeweils mit Begründung. – 30 Folgenthemen als Tabelle mit Arbeitstitel, zugrunde liegender Kundenfrage und Kaufnähe (früh, mittel, kaufnah). Mindestens ein Drittel ist kaufnah. – 10 Gästeprofile als Rolle und Situation, ohne erfundene Namen, jeweils mit dem Grund, warum sie meine Hörer interessieren und warum sie selbst Kunde sein könnten. – Die ersten drei Folgen, jeweils mit einem Satz, warum sie für den Start taugen. – Ein Test für die nächsten 14 Tage, mit dem ich die Nische vor dem Start prüfe, inklusive drei Fragen für Gespräche mit Menschen aus der Zielgruppe. ## Regeln – Erfinde keine Fakten, Zahlen, Studien, Personen oder Podcasts. Schätzungen kennzeichnest du als Annahme. – Nutze die Sprache meiner Kunden aus den echten Fragen, kein Marketing-Sprech. – Keine allgemeinen Tipps, die für jeden Podcast gelten. Jede Aussage bezieht sich auf meine Angaben. – Antworte auf Deutsch und duze mich.
Nimm das Ergebnis als Startpunkt, nicht als Entscheidung, und führe den 14-Tage-Test wirklich durch, bevor du die erste Folge aufnimmst.
Fazit zur Podcast-Nische
Die richtige Nische ist keine Frage des Geschmacks, sondern deines Angebots. Wer weiß, wer bei ihm kauft, in welcher Situation und mit welchem Problem, baut einen Podcast, an dem diese Menschen nicht vorbeikommen. Hundert richtige Hörer pro Folge sind ein voller Saal, und viele davon werden irgendwann Kunden.
Häufige Fragen
Ein klar umrissenes Thema für eine klar umrissene Gruppe von Hörern. Für Unternehmer ergibt sie sich aus dem eigenen Angebot, also daraus, wer bei ihnen kauft, in welcher Situation und mit welchem Problem.
Beantworte vier Fragen. Wer kauft bei dir, in welcher Situation, mit welchem teuren Problem, und was ist dein Blickwinkel? Daraus formulierst du ein Show-Versprechen in einem Satz und prüfst es mit 30 Folgenthemen aus echten Kundenfragen, 20 Wunschgästen und einem Blick auf bestehende Podcasts.
Weniger, als die meisten denken. Laut Buzzsprout hat der mittlere Podcast 27 Downloads in der ersten Woche, mit 96 gehört man zum besten Viertel. Für Unternehmer zählt, ob die Richtigen zuhören. 100 Entscheider aus deiner Zielbranche sind mehr wert als 10.000 zufällige Hörer.
Selten. Zu klein ist sie erst, wenn dir keine 30 Themen einfallen oder es weniger potenzielle Kunden gibt, als du brauchst. Im Zweifel eng starten und später erweitern.
Nach dem Modell von Riemann und Thomann suchen Hörer Nähe, Distanz, Dauer oder Wechsel, also persönliche Geschichten, Fakten, Struktur oder neue Ideen. Wer in jede Folge etwas für alle vier einplant, hält mehr Hörer bis zum Ende.
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