Das richtige Podcast-Mikrofon.
Welche Mikrofone wir nach über 6.300 Folgen empfehlen, ohne Technik-Kauderwelsch.
Für die meisten Podcaster ist das Shure MV7+ das richtige Mikrofon. Du steckst es per USB an den Rechner und kannst sofort aufnehmen. Wer anders klingen will als der Standard, den man aus vielen Podcasts kennt, nimmt das Sontronics Podcast Pro oder das Aston Origin. Und wer die letzten paar Prozent herausholen will, greift zum großen Bruder des MV7+, dem Shure SM7B.
Das sind die Mikrofone, die mein Team und ich nach über 6.300 produzierten Folgen empfehlen. In diesem Beitrag erfährst du, welches davon zu deinem Raum passt, was du für zwei oder mehr Personen brauchst, und warum du den meisten Testsieger-Listen im Netz nicht trauen solltest.
Warum dein Raum wichtiger ist als dein Mikrofon
Bevor du ein Mikrofon kaufst, schau dir den Raum an, in dem du aufnimmst. Er entscheidet mehr über den Klang als der Preis des Mikrofons.
- Dynamische Mikrofone hören vor allem dich: Sie nehmen auf, was direkt vor ihnen passiert, und blenden den Rest weitgehend aus. Hall, Kühlschrank und Straße landen kaum auf der Aufnahme. Das Shure MV7+ und das Sontronics Podcast Pro gehören dazu.
- Kondensatormikrofone hören den ganzen Raum: Sie klingen offener und feiner, nehmen aber auch jede kahle Wand und jedes Geräusch im Zimmer mit. Das Aston Origin ist so ein Mikrofon.
Die Faustregel ist einfach. Nimmst du in einem normalen Büro oder Wohnzimmer auf, nimm ein dynamisches Mikrofon. Hast du einen ruhigen Raum mit Teppich, Vorhängen und vollen Regalen, spielt ein Kondensatormikrofon seine Stärken aus. Ein teures Kondensatormikrofon im leeren Büro klingt schlechter als ein günstiges dynamisches Mikrofon im selben Raum.
USB oder XLR
- USB: Das ist Plug and Play, du steckst das Mikrofon an den Rechner und bist fertig.
- XLR: Du brauchst zusätzlich ein kleines Gerät zwischen Mikrofon und Rechner, ein sogenanntes Audio-Interface. Das kostet etwas mehr, dafür ist die Qualität noch einmal einen Tick besser. Das lohnt sich für alle, die wirklich die letzten paar Prozent herausholen wollen.
Das Shure MV7+ hat übrigens beide Anschlüsse. Du startest per USB und kannst später ein Interface dazukaufen, ohne ein neues Mikrofon zu brauchen.
Die Mikrofone, die wir empfehlen
| Mikrofon | Art | Anschluss | Für wen | Preis ca. |
|---|---|---|---|---|
| Shure MV7+ | dynamisch | USB-C und XLR | Alle, die einfach anfangen wollen, in jedem Raum | 295 € |
| Sontronics Podcast Pro | dynamisch | XLR | Ein eigener, warmer Klang in normalen Räumen, auch für mehrere Sprecher | 155 € |
| Aston Origin | Kondensator | XLR | Ein eigener, offener Klang in ruhigen Räumen | 222 € |
| Shure SM7B | dynamisch | XLR | Alle, die die letzten paar Prozent herausholen wollen | 390 bis 460 € |
Preise ungefähr laut Thomann, Stand 25. Oktober 2026, Shure SM7B Stand Oktober 2026. Sie ändern sich ständig, schau vor dem Kauf kurz beim Händler nach.
Was die vier auszeichnet
- Shure MV7+: Es ist der einfachste Weg zu gutem Klang. Eine Software gleicht deine Lautstärke automatisch an und filtert Hintergrundgeräusche, und am Mikrofon selbst schaltest du dich per Fingertipp stumm. Weil es auch einen XLR-Anschluss hat, wächst es mit, wenn du später mehr willst.
- Sontronics Podcast Pro: Es ist für alle gedacht, die nicht nach dem Standard klingen wollen, den man aus unzähligen Podcasts kennt. Es ist für Sprache gebaut und hat einen eingebauten Poppschutz. Es hört sehr gezielt nach vorne und blendet den Raum stark aus. Damit ist es ideal, wenn zwei oder mehr Personen am selben Tisch sitzen, weil jeder vor allem seine eigene Stimme aufnimmt. Häng es an einen Gelenkarm statt auf ein Tischstativ, sonst hörst du jedes Klopfen auf dem Tisch.
- Aston Origin: Es klingt ganz anders als die dynamischen Mikrofone, offener und detailreicher. Dafür brauchst du einen ruhigen Raum. Es hat einen eingebauten Poppschutz und braucht Strom vom Audio-Interface, den alle gängigen Geräte liefern.
- Shure SM7B: Es ist der große Bruder des MV7+ und seit Jahrzehnten ein Klassiker in Radio und Podcast. Wer die letzten paar Prozent will, nimmt das SM7B statt des MV7+. Es ist deutlich teurer und braucht ein Interface mit viel Verstärkung, etwa die Focusrite Scarlett 2i2. Eine reine USB-Version gibt es nicht, Shure bietet es aber im Set mit einem kleinen USB-Adapter an.
Was du bei XLR zusätzlich brauchst
Ein XLR-Mikrofon braucht ein Gerät, das es mit dem Rechner verbindet. Welches, hängt davon ab, wie viele Personen gleichzeitig sprechen. Du brauchst dafür kein teures Studiogerät, die einfachen Modelle liefern genau das, was ein Podcast braucht.
| Gerät | Mikrofone | Besonders | Preis ca. |
|---|---|---|---|
| Focusrite Scarlett Solo (4. Gen) | 1 | Klein, zuverlässig, der Einstieg für eine Person | 100 bis 130 € |
| Focusrite Scarlett 2i2 (4. Gen) | 2 | Für zwei Personen, mit genug Verstärkung auch für das Shure SM7B | 190 bis 200 € |
| Rode RØDECaster Duo | 2 | Touchscreen, Jingles und Effekte per Knopfdruck | 360 bis 450 € |
Preise ungefähr, Stand Oktober 2026.
Das passende Set für deine Situation
| Deine Situation | Unsere Empfehlung | Gesamt ca. |
|---|---|---|
| Allein am Schreibtisch | Shure MV7+ per USB, dazu ein Gelenkarm | 325 € |
| Allein, mit eigenem Klang | Sontronics Podcast Pro oder Aston Origin mit Focusrite Scarlett Solo | 255 bis 350 € |
| Allein, die letzten paar Prozent | Shure SM7B mit Focusrite Scarlett 2i2 | 580 bis 660 € |
| Zu zweit am Tisch | Zwei Sontronics Podcast Pro mit Focusrite Scarlett 2i2 | 500 bis 510 € |
| Video, ohne Mikrofon im Bild | Ein Funk-Ansteckmikrofon wie das DJI Mic 3 | 220 bis 260 € |
| Gäste aus der Ferne | Siehe Bonus am Ende |
Preise ungefähr, Stand Oktober 2026, ohne Kopfhörer und Kabel. Gelenkarm ca. 30 €.
Mehr zu Kamera, Licht und dem kompletten Heimstudio steht im Beitrag Video-Podcast-Equipment für dein Heimstudio.
Warum du Testsieger-Listen nicht trauen solltest
Auf einem großen deutschen Vergleichsportal steht als Testsieger für Podcast-Mikrofone ein Gaming-Mikrofon mit bunter RGB-Beleuchtung für ca. 27 €. Solche Listen verdienen meist an jedem Klick zum Shop, und ob dort jemand das Mikrofon mit einer Stimme im Gespräch getestet hat, erfährst du selten.
- Achte auf Sprache: Ein Mikrofon, das bei Musik oder beim Zocken gut klingt, muss bei einer Stimme im Gespräch nicht gut klingen.
- Hör dir echte Aufnahmen an: Am besten von einem Tester, der jedes Mikrofon mit derselben Stimme im selben Raum aufnimmt. Dann hörst du wirklich das Mikrofon und nicht den Raum.
- Frag nach dem Raum: Ein Test im schallgedämmten Studio sagt wenig darüber, wie das Mikrofon in deinem Wohnzimmer klingt.
Hörproben zu unseren Empfehlungen
Der US-Tester Podcastage nimmt jedes Mikrofon mit derselben Stimme und denselben Tests auf, zum Beispiel mit Hintergrundgeräuschen und in einem Raum ohne Dämmung. Die Aufnahmen sind auf Englisch, den Unterschied hörst du trotzdem.
So holst du das Beste aus deinem Mikrofon
- Nah ran: Eine Handbreit Abstand ist ein guter Richtwert. Je näher du bist, desto weniger hört man vom Raum.
- Leicht seitlich sprechen: Sprich knapp am Mikrofon vorbei statt direkt hinein. So ploppt es bei „P“ und „B“ nicht.
- Gelenkarm statt Tischstativ: Das Mikrofon bleibt immer an der richtigen Stelle, und Stöße gegen den Tisch landen nicht auf der Aufnahme.
- Lautstärke vorher testen: Sprich so laut wie in deinem lautesten Moment, etwa beim Lachen. Die Anzeige darf dabei nie bis in den roten Bereich gehen.
- Kopfhörer auf: Wer sich selbst hört, merkt sofort, wenn er sich vom Mikrofon entfernt.
Wie du mit dem Mikrofon auch souverän klingst, steht im Beitrag Im Podcast besser sprechen.
Welches Mikrofon du deinen Gästen empfiehlst
Bei Remote-Aufnahmen ist das Mikrofon deines Gastes oft das schwächste Glied. Kein Hörer weiß, dass dein Gast mit AirPods im Homeoffice saß. Er hört nur, dass die Folge schlechter klingt.
- Keine AirPods, keine Headsets, keine Kabel-In-Ears: Das Mikrofon darin ist für Telefonate gebaut, nicht für einen Podcast.
- Für Gäste, die einmal kommen: Ein dynamisches USB-Mikrofon wie das Samson Q2U ab ca. 110 € reicht völlig.
- Für Gäste, die öfter da sind: Das Shure MV7+ lohnt sich, wenn jemand regelmäßig in Podcasts zu Gast ist.
Wie du die ganze Aufnahme mit Gästen aus der Ferne vorbereitest, steht im Beitrag Podcast remote aufnehmen.
Bonus
Der Text für deine Gäste
Kopier diesen Text in die E-Mail an deinen Gast, am besten eine Woche vor der Aufnahme. Dann bleibt genug Zeit, ein Mikrofon zu besorgen.
Zum Kopieren
Hallo [Name], ich freue mich auf unser Gespräch am [Datum] um [Uhrzeit]. Damit du in der Folge so gut klingst, wie du es verdienst, eine kurze Bitte zur Technik: 1. Bitte nutze ein richtiges Mikrofon, keine AirPods, kein Headset und nicht das Mikrofon im Kabel deiner Kopfhörer. Die sind für Telefonate gebaut und klingen in einem Podcast dünn. 2. Wenn du keins hast: Das Samson Q2U (ab ca. 110 €) wird einfach per USB an den Rechner gesteckt und reicht völlig. Wenn du öfter in Podcasts zu Gast bist, lohnt sich das Shure MV7+ (ca. 295 €). 3. Setz Kopfhörer mit Kabel auf, damit kein Echo entsteht. 4. Such dir einen ruhigen Raum, am besten mit Teppich, Vorhängen oder vollen Regalen. Küche und kahle Büros hallen stark. 5. Halte das Mikrofon etwa eine Handbreit vor deinem Mund und sprich leicht daran vorbei. Wenn du unsicher bist, schick mir einfach ein Foto von deinem Setup, dann schaue ich drüber. Bis bald [Dein Name]
Passe die Preise kurz vor dem Versenden an, sie ändern sich ständig.
Fazit zum Podcast-Mikrofon
Für die meisten ist das Shure MV7+ die richtige Wahl, weil es einfach funktioniert und mitwächst. Wer anders klingen will, nimmt das Sontronics Podcast Pro für normale Räume oder das Aston Origin für ruhige Räume, und wer die letzten paar Prozent will, das Shure SM7B. Und egal, welches Mikrofon du kaufst, dein Raum und der Abstand zum Mikrofon machen am Ende mehr aus als der Preis.
Häufige Fragen
Für die meisten Podcaster das Shure MV7+, ein dynamisches Mikrofon mit USB- und XLR-Anschluss für ca. 295 €. Wer einen eigenen Klang will, nimmt das Sontronics Podcast Pro oder das Aston Origin, wer die letzten paar Prozent will, das Shure SM7B mit Audio-Interface.
USB ist Plug and Play, du steckst das Mikrofon direkt an den Rechner. XLR braucht zusätzlich ein Audio-Interface, kostet also etwas mehr, liefert dafür noch einmal einen Tick bessere Qualität. Für den Start reicht USB völlig.
Zwei dynamische Mikrofone wie das Sontronics Podcast Pro und ein Audio-Interface mit zwei Eingängen, zum Beispiel die Focusrite Scarlett 2i2. Zusammen kostet das ca. 500 €. Dynamische Mikrofone nehmen vor allem die eigene Stimme auf, deshalb stören sich die Sprecher am Tisch kaum.
Das hängt von deinem Raum ab. In einem normalen Büro oder Wohnzimmer ist ein dynamisches Mikrofon die bessere Wahl, weil es den Raum weitgehend ausblendet. In einem ruhigen Raum mit Teppich und Vorhängen klingt ein Kondensatormikrofon offener und feiner.
Nein, die Mikrofone in AirPods, Headsets und Kabel-In-Ears sind für Telefonate gebaut und klingen in einem Podcast dünn. Schon ein einfaches dynamisches USB-Mikrofon ab ca. 110 € klingt deutlich besser.
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