Zum Hauptinhalt springen

Im Podcast besser sprechen.

Im Podcast besser sprechen, Transkript mit markierten Füllwörtern wie also, quasi, äh, genau und sozusagen

Stimme, Tempo und Rhetorik für Unternehmer, die keine professionellen Sprecher sind

Du musst kein Radiosprecher sein, um einen guten Podcast zu machen. Deine Hörer wollen dein Wissen und deine Haltung hören, keine perfekte Stimme.

Was du brauchst, sind ein paar Techniken. Eine aufgewärmte Stimme, das Mikrofon im richtigen Abstand, ein ruhiges Tempo, bewusste Pausen und eine klare Botschaft pro Folge. Das meiste davon sitzt nach wenigen Aufnahmen, und um den Rest kümmert sich der Schnitt.

Bonus

Und ganz am Ende wartet ein Bonus auf dich.

Ein KI-Prompt, der das Transkript deiner letzten Folge auswertet und dir drei konkrete Übungen für die nächste Aufnahme gibt.

Warum Sprechen im Podcast anders abläuft

  • Nur die Stimme trägt. Keine Folien, kein Blickkontakt, keine Hände. Alles, was du auf einer Bühne mit Gesicht und Gesten zeigst, muss im Podcast in Betonung und Pausen stecken.
  • Ausstrahlung ist hörbar. Ein Forschungsteam um den Phonetiker Oliver Niebuhr hat rund 45 Minuten Präsentationen von Steve Jobs und Mark Zuckerberg akustisch verglichen (Speech Prosody, 2016). Jobs unterschied sich in fast allen Stimmmerkmalen, die mit Charisma verbunden sind, auch Rhythmus und Betonung spielten mit. Beide sprachen vor Kunden anders als vor Investoren. Ausstrahlung hängt also an Dingen, die man üben kann.
  • Du sprichst mit einer Person. Im Podcast hört dir niemand im Saal zu, sondern ein Mensch mit Kopfhörern im Ohr. Warum genau das so viel Nähe schafft, steht im Beitrag Parasoziale Beziehung im Podcast.

Deine Stimme in fünf Minuten aufwärmen

Vor jeder Aufnahme gehören fünf Minuten Aufwärmen dazu, wie vor dem Sport.

  • Lockern. Schultern kreisen, Arme ausschütteln, dich strecken und dabei kräftig gähnen. Beim Gähnen weiten sich Kehle und Rachen.
  • Atmen. Tief in den Bauch einatmen und bis vier zählen, dann langsam ausatmen und bis acht zählen. So hast du genug Luft für lange Sätze.
  • Kiefer und Lippen. Lass den Kiefer locker hängen und massier die Kaumuskeln. Dann die Lippen flattern lassen wie ein schnaubendes Pferd.
  • Summen. Mit geschlossenem Mund summen und langsam in „njom, njam, njum“ übergehen. Das bringt die Stimme nach vorn.
  • Etwas Warmes trinken. Stell dir zu jeder Aufnahme etwas Warmes zu trinken hin, am besten Tee mit Honig, und nimm zwischendurch einen Schluck.

Das Mikrofon richtig nutzen

  • Der Abstand. Als Richtwert gelten 5 bis 15 Zentimeter, bei dynamischen Mikrofonen eher näher. Mach drei Probeaufnahmen mit unterschiedlichem Abstand und nimm die, die am besten klingt.
  • Gleich bleiben. Wer sich zurücklehnt oder zur Seite dreht, klingt sofort leiser und hallender. Such dir eine Position und bleib dort.
  • Der Winkel. Klingt deine Stimme nasal, neig das Mikrofon leicht Richtung Brust. Hörst du bei „P“ und „B“ ein Ploppen, sprich knapp am Mikrofon vorbei oder nutze einen Poppschutz.
  • Kopfhörer auf. Wer sich selbst hört, merkt sofort, wenn er sich vom Mikrofon entfernt.

Welche Mikrofone sich eignen, steht im Beitrag Video-Podcast-Setup.

Tempo, Pausen und Betonung

  • Lieber kürzer als schneller. In einer Studie im Journal of Advertising Research (Rodero, 2020) hörten 200 Erwachsene Werbespots mit 160, 180 und 200 Wörtern pro Minute. Bei 180 Wörtern verarbeiteten sie die Botschaft am besten, schneller kostete Verständnis. Die Empfehlung der Autorin ist, Inhalt zu kürzen statt das Tempo zu erhöhen. Untersucht wurden englische und spanische Spots, für deinen Podcast ist das ein Richtwert, keine Regel.
  • Pausen setzen. Nach einer wichtigen Aussage kurz still sein. Die Pause gibt deinen Hörern Zeit, den Gedanken mitzunehmen, und macht ihn wichtiger.
  • Ein Wort pro Satz betonen. Wer alles gleich betont, klingt monoton. Überleg dir bei deinen Kernsätzen, welches Wort zählt, und gib ihm Gewicht.
  • Melodie statt Ablesen. Abgelesene Texte hört man sofort. Schreib dir Stichpunkte statt ganzer Sätze, dann sprichst du von selbst lebendiger.

Füllwörter und Versprecher

  • Nicht jedes „äh“ ist ein Fehler. Die Sprachpsychologen Herbert Clark und Jean Fox Tree zeigten 2002 in der Fachzeitschrift Cognition, dass „äh“ und „ähm“ Signale sind. Sie kündigen dem Zuhörer eine kurze oder längere Denkpause an. Ein paar davon klingen im Gespräch natürlich.
  • Was stört, sind Muster. Dasselbe Wort in jedem zweiten Satz, etwa „genau“, „quasi“ oder „sozusagen“, oder Sätze, die nie zu Ende gehen. Das fällt auf, und genau das findest du mit dem Bonus weiter unten.
  • Versprecher einfach wiederholen. Kurz stoppen, durchatmen, den Satz neu sagen. Wenn du mit uns produzierst, nehmen mein Team und ich die missglückte Version im Schnitt raus.
  • Nicht alles glätten. Ein Podcast ohne jedes „äh“ und ohne Lachen klingt gestellt. Spontaneität und kleine Fehler gehören zu dem, was Hörer an einem Host echt finden.

Rhetorik im Gespräch

  • Eine Kernbotschaft pro Folge. Schreib vor der Aufnahme in einem Satz auf, was dein Hörer danach wissen oder tun soll. Jede Abschweifung prüfst du an diesem Satz.
  • Beispiel statt Behauptung. „Mit System geht es schneller“ bleibt nicht hängen. „Tim und Jan von PreSales Unleashed haben früher vier Stunden für eine Folge gebraucht, heute schaffen sie in der Zeit einen ganzen Monat“ schon.
  • Geschichten erzählen. Eine echte Situation mit Problem, Wendung und Ergebnis trägt mehr als zehn Tipps.
  • Gute Fragen als Host. Stell offene Fragen, immer nur eine auf einmal, und hak nach, mit „Wie genau?“ oder „Was hast du dann gemacht?“. Und halt nach einer Frage die Stille aus. Die besten Antworten kommen oft nach der Pause.
  • Struktur hörbar machen. Sag an, was kommt, etwa „drei Punkte dazu“, und fass am Ende zusammen. Wer nur hört, kann nicht zurückblättern.

Im Video-Podcast

Laut YouTube schauen sich dort inzwischen mehr als eine Milliarde Menschen im Monat Podcasts an (Februar 2025). Im Video sieht man dich, und dein Körper spricht mit. Gestik, Mimik und Haltung gehören dann genauso zu deiner Aussage wie deine Stimme.

  • Gestikulieren ist erlaubt. Im Video sehen die Zuschauer deine Hände. Wer sie unter dem Tisch versteckt oder die Arme verschränkt, wirkt steif. Sprich mit den Händen, so wie du es im Gespräch mit einem Freund auch tust.
  • Gesten, die zur Aussage passen. Drei Punkte zählst du an drei Fingern ab, einen Gegensatz zeigst du mit links und rechts, eine Entwicklung mit einer Bewegung nach oben. So unterstreicht die Geste, was du sagst, statt davon abzulenken.
  • Den Bildausschnitt anpassen. Stell die Kamera so ein, dass Oberkörper und Hände im Bild sind. Ein zu enger Ausschnitt schneidet jede Geste ab. Wie du Kamera und Licht aufbaust, steht im Beitrag Video-Podcast-Setup.
  • Gesten ohne Geräusche. Wer beim Gestikulieren gegen Tisch oder Mikrofonarm stößt, ist auf der Aufnahme zu hören. Halte vor dir etwas Platz frei.
  • Der Blick. Im Gespräch schaust du deinen Gast an. Sprichst du deine Zuschauer direkt an, etwa im Intro oder beim Aufruf am Ende, schaust du in die Kamera.
  • Zuhören ist sichtbar. Während dein Gast spricht, sieht man dich auch. Nicken, Lachen und Reaktionen zeigen, dass du wirklich zuhörst.
  • Ruhe im Bild. Kein Wippen auf dem Stuhl, kein Spielen mit dem Stift. Was im Audio niemand merkt, lenkt im Video ab.

Ob sich Video für dich lohnt, steht im Beitrag Audio- oder Video-Podcast.

Üben ohne Trainer

  • Hör dir jede Folge einmal selbst an. Mit Zettel und Stift, nicht nebenbei. Notier dir Stellen, an denen du selbst abschalten würdest.
  • Eine Sache pro Folge. Nicht alles auf einmal verbessern. In dieser Folge die Pausen, in der nächsten das Lieblingsfüllwort.
  • Warm reden vor der Aufnahme. Sprich vor dem Start ein paar Minuten locker mit deinem Gast. Dann klingt schon der Anfang der Aufnahme locker.
  • Das Transkript nutzen. Was du sagst, siehst du im Text schwarz auf weiß. Wie du daraus mit KI konkrete Übungen machst, zeigt der Bonus.

Bonus

Der KI-Prompt, der deine Folge auswertet

Eine KI kann deine Aufnahme nicht hören, sondern nur das Transkript lesen. Tempo, Pausen, Betonung und Stimmklang prüfst du also selbst mit dem Kopfhörer. Alles, was im Text steckt, findet dieser Prompt dagegen zuverlässiger als dein Ohr, also Füllwörter, lange Sätze, Wiederholungen, unklare Botschaften und schwache Fragen.

Das Transkript bekommst du aus deinem Aufnahme- oder Schnittprogramm oder von einem Transkriptionsdienst. Wichtig ist, dass die Sprecher gekennzeichnet sind. Er funktioniert in ChatGPT, Claude und Gemini, am besten mit einem Modell, das ausführlich nachdenkt.

Prompt

Du bist Sprech- und Redaktionscoach für Business-Podcasts. Du wertest das Transkript einer Folge aus und gibst mir ehrliches, konkretes Feedback, damit ich in der nächsten Aufnahme hörbar besser spreche. Du arbeitest nur mit dem Text. Was man nur hören kann, beurteilst du nicht. ## Meine Folge [Titel der Folge, Thema, für wen der Podcast gedacht ist] ## Meine geplante Kernbotschaft [Ein Satz: Was sollten die Hörer nach dieser Folge wissen oder tun?] ## Wer ich im Transkript bin [Sprechername oder Kürzel, z. B. „Sprecher 1“, und ob ich Host oder Gast bin] ## Transkript [Komplettes Transkript mit Sprecherkennzeichnung einfügen, Zeitmarken wenn vorhanden] ## Arbeitsregeln – Werte nur meine Passagen aus. Die anderen Sprecher nutzt du nur als Zusammenhang, etwa bei meinen Fragen. – Zitiere immer wörtlich und nenn die Fundstelle, also Zeitmarke oder, wenn keine da ist, die ersten Wörter des Absatzes. – Zähl genau. Gib bei Füllwörtern die Anzahl und den Wert pro 1.000 Wörter meines Textes an. – Automatische Transkripte lassen Füllwörter manchmal weg oder fügen welche hinzu. Weise auf diese Unsicherheit hin, statt die Zahlen genauer zu machen, als sie sind. – Beurteile nicht Tempo, Pausen, Betonung, Lautstärke oder Stimmklang. Nenn mir stattdessen Stellen, die ich mir dafür anhören sollte. – Erfinde nichts. Keine Zitate, Zahlen oder Inhalte, die nicht im Transkript stehen. ## Vorgehen Schritt 1, Prüfung. Ist erkennbar, welcher Sprecher ich bin? Wenn nicht, frag nach und warte. Nenn die Gesamtwortzahl und meinen Anteil in Prozent. Schritt 2, Füllwörter und Lieblingswörter. Zähl typische Füllwörter wie äh, ähm, also, genau, quasi, sozusagen, halt, eben, irgendwie, ne, ja und „und so weiter“. Such zusätzlich nach Wörtern und Wendungen, die ich auffällig oft benutze, auch wenn sie nicht auf dieser Liste stehen. Schritt 3, Sätze. Berechne meine durchschnittliche Satzlänge in Wörtern und nenn die fünf längsten Sätze. Markiere Sätze über 30 Wörter und Sätze, die abbrechen oder neu anfangen. Schritt 4, Inhalt. Fass in einem Satz zusammen, was die Folge tatsächlich vermittelt, und vergleiche das mit meiner geplanten Kernbotschaft. Finde Gedanken, die ich mehrmals erkläre, und Abschweifungen ohne Bezug zur Kernbotschaft. Schritt 5, Einstieg und Schluss. Prüfe die ersten 150 Wörter: Wird klar, worum es geht und warum man zuhören sollte? Prüfe den Schluss: Gibt es eine Zusammenfassung und eine konkrete Frage oder Aufforderung an die Hörer? Schritt 6, Fragen, nur wenn ich Host bin. Ordne meine Fragen ein in offen, geschlossen, Suggestivfrage und Doppelfrage. Nenn den Redeanteil von mir und meinem Gast. Schritt 7, Beispiele. Zähl, wie oft ich konkrete Beispiele, Zahlen oder Geschichten bringe, und wo ich nur abstrakt behaupte. Schritt 8, Selbstprüfung. Kontrolliere vor der Ausgabe jede Zahl und jedes Zitat gegen das Transkript. ## Ausgabe A. Überblick: Wortzahl, mein Anteil, Aussagekraft der Auswertung in einem Satz. B. Tabelle Füllwörter und Lieblingswörter: Wort, Anzahl, pro 1.000 Wörter, ein Beispiel mit Fundstelle. C. Die drei Stellen, die am meisten Wirkung kosten, jeweils mit Zitat, Fundstelle, warum sie schwächen und einer besseren Formulierung in meinem eigenen Ton. D. Kernbotschaft: geplant, tatsächlich, Abstand in einem Satz. E. Ein neuer Einstieg für diese Folge in höchstens 60 Wörtern, in meiner Sprache. F. Fragen-Check mit den zwei schwächsten Fragen und einer besseren Version, nur wenn ich Host bin. G. Drei Übungen für meine nächste Aufnahme, jede mit einem messbaren Ziel, z. B. „genau“ unter fünf pro 1.000 Wörter. H. Fünf Stellen zum Anhören, an denen ich Tempo, Pausen oder Betonung selbst prüfen sollte, mit Fundstelle und Grund. I. Messwerte für den nächsten Vergleich: Wortanteil, Füllwörter pro 1.000 Wörter, durchschnittliche Satzlänge, Anzahl Beispiele, in höchstens fünf Zeilen, damit ich sie beim nächsten Mal mitgeben kann. Sei ehrlich und direkt, aber nicht belehrend. Antworte auf Deutsch und duze mich.

Gib bei der nächsten Folge die Messwerte aus Punkt I mit in den Prompt. So siehst du schwarz auf weiß, ob du dich verbesserst.

Fazit zum Sprechen im Podcast

Gut sprechen im Podcast ist kein Talent, sondern Übung. Wer seine Stimme aufwärmt, das Mikrofon richtig nutzt, ruhig spricht, Pausen setzt und weiß, was er sagen will, klingt nach wenigen Folgen souverän. Und wer sich jede Folge einmal selbst anhört, wird mit jeder Aufnahme besser.

Häufige Fragen

Wärm deine Stimme vor der Aufnahme fünf Minuten auf, halte den Abstand zum Mikrofon konstant, sprich ruhig und setz nach wichtigen Aussagen Pausen. Leg vorher eine Kernbotschaft pro Folge fest und hör dir jede Folge einmal selbst an, um eine Sache gezielt zu verbessern.

Lieber ruhig als hastig. In einer Studie zu Audiowerbung verarbeiteten Hörer Botschaften bei etwa 180 Wörtern pro Minute am besten, schneller kostete Verständnis. Wenn du viel sagen willst, kürz den Inhalt, statt schneller zu sprechen.

Schultern lockern, gähnen, tief in den Bauch atmen, die Lippen flattern lassen und summen. Fünf Minuten reichen. Stell dir außerdem etwas Warmes zu trinken hin, am besten Tee mit Honig.

Als Richtwert gelten 5 bis 15 Zentimeter, bei dynamischen Mikrofonen eher näher. Mach drei Probeaufnahmen mit unterschiedlichem Abstand und behalte den besten während der ganzen Aufnahme bei.

Einzelne „äh“ und „ähm“ nicht, sie wirken im Gespräch natürlich und kündigen dem Zuhörer eine Denkpause an. Störend sind Muster, also dasselbe Füllwort in jedem zweiten Satz. Die findest du am leichtesten im Transkript deiner Folge.

Du konzentrierst dich aufs Sprechen, wir kümmern uns um den Rest.
Wir schneiden Versprecher, lange Pausen und Füllwörter raus und übernehmen Clips, Planung und Veröffentlichung. Du investierst eine Stunde pro Woche.
Erstgespräch buchen Zum kostenlosen Erstgespräch