Zum Hauptinhalt springen

Podcast erstellen.

Podcast erstellen, Checkliste mit den sieben Schritten Konzept, Name und Cover, Technik, Aufnahme, Schnitt, Hosting und Launch

Die ehrliche Anleitung für Unternehmer, mit Erfahrungswerten aus über 12 Podcast-Launches

Einen Podcast zu erstellen ist nicht schwer. Du legst Ziel und Format fest, besorgst ein gutes Mikrofon, nimmst auf, schneidest, lädst die Folgen bei einem Hoster hoch und startest mit drei bis fünf Folgen plus Trailer. Für das Material reichen ab ca. 200 €.

Schwer ist, dranzubleiben. Die meisten Anleitungen hören beim Upload auf. Genau danach geben die meisten Podcaster auf, weil der Aufwand größer ist als gedacht und die Zahlen kleiner als erhofft. Mein Team und ich haben über 6.300 Podcast-Folgen produziert und über zwölf Podcasts an den Start gebracht. In dieser Anleitung bekommst du deshalb nicht nur die Schritte, sondern auch die Zahlen, den Zeitaufwand und den Zeitplan, mit denen wir Podcasts für Unternehmer an den Start bringen.

Bonus

Und ganz am Ende wartet ein Bonus auf dich.

Unser Podcast-Launch-Blueprint mit Vorlagen und Checklisten für deinen Start, komplett kostenlos.

Drei Zahlen, die dir andere Anleitungen verschweigen

  • Die Hörer sind da: Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom vom September 2026 hören 54 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren zumindest gelegentlich Podcasts.
  • Die meisten hören schnell wieder auf: Laut der Podcast-Datenbank Podchaser sind im ersten Halbjahr 2026 weltweit 153.767 neue Podcasts gestartet. 41,7 Prozent davon hatten bis Ende Juni schon wieder aufgehört.
  • Kleine Zahlen sind normal: Beim Podcast-Hoster Buzzsprout kommt die mittlere Folge in den ersten sieben Tagen auf 27 Downloads. Mit 96 Downloads liegst du vor drei Vierteln aller Podcasts, mit 412 in den besten zehn Prozent (Stand September 2026).

Für dich als Unternehmer heißt das Folgendes. 100 Downloads pro Folge klingen nach wenig, sind aber ein voller Seminarraum mit Menschen, die sich freiwillig eine halbe Stunde lang mit deinem Thema beschäftigen. Du brauchst keine Millionen Hörer, sondern die richtigen.

Wann du keinen Podcast starten solltest

Die meisten Podcasts scheitern nicht an der Technik, sondern an falschen Erwartungen. Wenn du dich in einem dieser Punkte wiederfindest, starte noch nicht, sondern kläre ihn zuerst.

  • Du willst schnell Reichweite: Ein Podcast ist kein Reel, das über Nacht 100.000 Aufrufe bekommt. Er ist eher wie ein neues Café in deiner Straße. Am Eröffnungstag kommen Freunde und Nachbarn. Die Stammgäste kommen über Monate, weil einer es dem nächsten erzählt. Wer nach drei Wochen ein volles Haus erwartet, schließt nach drei Wochen wieder ab.
  • Du willst mit Werbung Geld verdienen: Werbekunden zahlen ca. 15 bis 30 $ pro 1.000 Downloads, so die Richtwerte des Podcast-Vermarkters Acast für 2026. Bei 100 Downloads pro Folge sind das ca. 1,50 bis 3 $. Werbung lohnt sich erst mit großer Reichweite. Als Unternehmer verdienst du mit dem Podcast über Kunden, nicht über Werbung.
  • Du erwartest Kunden ab der ersten Folge: Stell dir vor, du sprichst auf der Straße einen Fremden an und fragst, ob er dir ein Coaching für 5.000 € abkaufen will. Er lässt dich stehen. Nicht weil dein Angebot schlecht ist, sondern weil er dich nicht kennt. Mit einer einzigen Podcast-Folge ist es genauso. Vertrauen entsteht wie bei einem neuen Steuerberater, über viele Begegnungen. Erst wenn jemand dir stundenlang zugehört hat, greift er zum Telefon.
  • Du hast weder Zeit noch Budget: Ein Podcast ohne eingeplante Zeit ist wie das Fitnessstudio-Abo im Januar. Die ersten drei Wochen gehst du hoch motiviert hin, dann kommt der Alltag dazwischen. Mehrere Stunden pro Folge, jede Woche, das musst du selbst leisten oder abgeben können. Sonst gehörst du zu den 41,7 Prozent von oben.
  • Du startest, weil alle einen haben: Du eröffnest ja auch keinen Laden, nur weil in deiner Straße gerade drei aufgemacht haben, ohne zu wissen, wer bei dir einkaufen soll. Ohne klares Ziel und klare Zielgruppe gibt es keinen Grund, warum jemand ausgerechnet dir zuhören sollte.
  • Du willst im Hintergrund bleiben: Ein Podcast macht dich sichtbar, genau dafür ist er da. Deine Hörer verbringen jede Woche eine halbe Stunde mit deiner Stimme im Ohr, beim Autofahren, beim Sport, beim Kochen. So nah kommst du ihnen mit keinem Post. Noreen Eickenberg ist über ihren Podcast heute in ihrer Branche international bekannt. Wenn du genau das nicht willst, ist ein Newsletter oder ein Blog der bessere Kanal für dich.
  • Du kannst keinen festen Rhythmus halten: Hörer machen deinen Podcast zur Gewohnheit. Wer jeden Dienstag auf dem Weg ins Büro deine neue Folge hört, merkt, wenn sie fehlt. Fehlt sie zweimal, hat er eine neue Gewohnheit, und die heißt nicht mehr du. Buzzsprout nennt fehlende Vorratsfolgen als einen der typischen Gründe, warum Podcasts aufhören. Urlaub, Krankheit oder ein großes Kundenprojekt reichen, und der Rhythmus reißt. Wenn du nicht verlässlich liefern kannst, warte lieber, bis du es kannst.

Fünf Entscheidungen vor dem ersten Mikrofon

Bevor du Technik kaufst, triffst du fünf Entscheidungen. Hier ist jeweils meine Empfehlung für Unternehmer, die mit dem Podcast Kunden gewinnen wollen.

  • Das Ziel: Bau den Podcast um dein Angebot herum, nicht um ein Thema, das dich gerade interessiert. Du sprichst als Experte aus deiner Nische für deine Nische. Wie du die findest, steht im Beitrag Podcast-Nische finden.
  • Das Format: Meine Empfehlung ist ein Interview-Podcast mit Gästen aus deiner Zielgruppe oder deinem Umfeld. Jedes Gespräch ist eine Beziehung zu einem möglichen Kunden oder Partner. Unsere Kundinnen Margarethe Honisch und Noreen Eickenberg gewinnen über ihre Podcasts mehrmals im Monat neue Kunden, aus Gästen genauso wie aus Hörern.
  • Der Rhythmus: Wöchentlich oder alle zwei Wochen, aber verlässlich. Beim Podcast PreSales Unleashed haben sich die Downloads verdreifacht, nachdem die Folgen regelmäßig erschienen.
  • Die Länge: So lang, wie das Gespräch trägt. Mein Richtwert sind 30 bis 60 Minuten, in Sonderfällen auch 90. Bei Buzzsprout ist 20 bis 40 Minuten die häufigste Länge, du musst also nicht künstlich strecken.
  • Audio oder Video: Nimm Video, wenn YouTube und kurze Clips für Social Media zu deinem Marketing gehören. Sonst starte mit Audio. Die ehrliche Abwägung steht im Beitrag Audio- oder Video-Podcast.

Wie du daraus ein vollständiges Konzept baust, zeige ich dir im Beitrag In 9 Schritten zum Podcast-Konzept.

Die sieben Schritte auf einen Blick

SchrittWas du tustMeine Empfehlung
1. KonzeptZiel, Zielgruppe, Format, Rhythmus, erste ThemenPlane die ersten zehn Folgen, bevor du die erste aufnimmst. Mehr dazu im Redaktionsplan-Beitrag
2. Name, Cover, IntroName prüfen, Cover gestalten, Intro und Musik festlegenCover in 3000 × 3000 Pixeln, in Daumengröße testen, nur lizenzfreie Musik. Alles zum Podcast-Cover
3. TechnikMikrofon, Kopfhörer, bei Video Kamera und LichtUSB-Mikrofon ab ca. 110 € für den Start, zu zweit zwei dynamische Mikrofone. Alles im Equipment-Beitrag
4. AufnahmeAllein, zu zweit vor Ort oder mit Gästen aus der FerneJede Stimme auf eine eigene Spur, Gäste per Riverside. So geht es: Podcast remote aufnehmen
5. SchnittVersprecher und Pausen raus, Lautstärke angleichen, Intro und OutroKostenlos mit Audacity oder GarageBand üben, dann abgeben. Podcast schneiden lassen
6. HostingHoster wählen, Feed bei Spotify, Apple und Co. einreichenDeutscher Hoster ab ca. 9 € im Monat, kostenlos geht mit Spotify for Creators. Der Hosting-Vergleich
7. LaunchTrailer und Startfolgen veröffentlichen, bewerbenDrei bis fünf Folgen plus Trailer am Launch-Tag oder in der Launch-Woche

Preise ungefähr, Stand Oktober 2026.

Der Teil, den fast alle unterschätzen

Die Technik ist in einer Woche besorgt. Was die meisten unterschätzen, ist die Arbeit rund um jede einzelne Folge.

  • Vorher: Gast finden und anfragen, Termin abstimmen, Gast briefen, Fragen vorbereiten, Technik prüfen.
  • Während: Testaufnahme, Aufnahme, Dateien sichern und abwarten, bis der Upload deines Gastes fertig ist.
  • Danach: Schnitt, Intro und Outro, Lautstärke, Shownotes, Titel, Folgenbild, Upload, bei Video zusätzlich Thumbnail und Clips, dann die Folge bewerben.

Mein Team braucht für eine halbe Stunde Audio grob eine Stunde Nachbearbeitung, je nach Aufwand mal mehr, mal weniger. Wer das zum ersten Mal macht, braucht ein Vielfaches davon, weil ihm Übung und Werkzeuge fehlen. Rechne also mit mehreren Stunden pro Folge, jede Woche.

Das muss nicht so bleiben. Tim und Jan von PreSales Unleashed haben früher ca. 4 Stunden für eine einzige Folge gebraucht. Mit einem festen Produktionssystem entsteht heute in ca. 4 Stunden der Content für einen ganzen Monat. Bis das System rund lief, hat es etwa sechs Wochen gedauert.

Die ehrliche Frage ist deshalb, ob du diese Arbeit selbst machen willst. Du bringst dir ja auch nicht die Buchhaltung bei, nur weil du sie theoretisch selbst machen könntest. Was Selbermachen und Abgeben kostet, steht im Beitrag Was kostet ein Podcast?.

Der Launch-Fahrplan in 30 Tagen

So bringen wir Podcasts für Unternehmer in 30 Tagen an den Start. Du kannst denselben Plan auch allein abarbeiten, dann dauert es meist etwas länger.

WannWas passiert
Woche 1Konzept festlegen, Zielgruppe und ihre Fragen sammeln, die ersten fünf Folgen planen, eine Testaufnahme machen und auswerten
Woche 2Technik auswählen und einrichten, Name, Cover, Beschreibung und Musik festlegen, Intro und Outro produzieren
Woche 3Trailer und drei bis fünf Folgen aufnehmen, schneiden, Shownotes schreiben, Gäste über den Starttermin informieren
Woche 4Hoster einrichten, Feed bei Spotify, Apple und Co. einreichen, bei Video den YouTube-Kanal vorbereiten, Banner und Social-Media-Vorlagen erstellen
Launch-TagTrailer und Startfolgen veröffentlichen, Newsletter, LinkedIn und Instagram, Kunden und Gäste persönlich anschreiben
Die Wochen danachIm festen Rhythmus weiter veröffentlichen, Clips posten, auf jede Hörernachricht antworten

Reich deinen Feed lieber ein paar Tage vor dem Launch ein. Die Plattformen prüfen neue Podcasts erst, und am Launch-Tag willst du nicht warten müssen.

Was in den ersten 90 Tagen realistisch ist

  • Die Zahlen wachsen langsam: Ein neuer Podcast hat keine Hörer, die auf ihn warten. Die kommen über deine Gäste, dein Netzwerk und mit jeder Folge, die gefunden wird. Vergleich deine Zahlen deshalb mit den Buzzsprout-Werten oben, nicht mit den großen Shows.
  • Die Wirkung kommt verzögert: Hörer melden sich oft erst nach mehreren Folgen, scheinbar aus dem Nichts, per E-Mail, über Instagram oder im Erstgespräch. Bei Noreen Eickenberg passiert genau das, über alle Kanäle.
  • Zähl die richtigen Dinge: Für Unternehmer zählen Anfragen, Gespräche und Gäste, die Kunden werden, mehr als Downloads. Was deine Statistiken wirklich bedeuten, steht im Beitrag Podcast-Statistiken verstehen.
  • Hol dir eine zweite Meinung: Wer niemanden fragen kann, der die Zahlen einordnet, hält eine normale Startphase schnell für ein Scheitern. Mit jemandem an der Seite, der weiß, worauf es ankommt, triffst du sicherere Entscheidungen und bleibst dran.

Zwei Podcasts, die genau so gestartet sind

Dein Höhenweg: Noreen Eickenberg ist Sportmental-Coach im Reitsport. Als sie zu uns kam, hatte sie keine technischen Kenntnisse. „Ich war ziemlich planlos und mit allem überfordert“, sagt sie heute. Wir haben sie vom ersten Schritt bis zum Launch begleitet, mit Produktionsplan, Technik und Veröffentlichung, und sie musste sich nur noch auf ihre Interviews konzentrieren. Heute hat ihr Podcast über 130 Folgen und über 150.000 Downloads, ist durch Sponsoren finanziert und bringt ihr jeden Monat neue Anfragen.

Fortunalista, der Finanzpodcast: Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Bestsellerautorin, wollte ihre Finanzbildungsplattform um einen Podcast erweitern, hatte aber weder Zeit noch Technik-Wissen dafür. Statt abends noch Folgen zu schneiden, hat sie Struktur, Schnitt und Upload an uns abgegeben. Heute stehen über 100.000 Downloads, über eine Million Aufrufe auf YouTube und 50 Prozent mehr Anmeldungen für ihr Bootcamp. Finanziert ist der Podcast komplett über Werbepartner.

Beide haben nicht mit großer Reichweite angefangen. Gemeinsam haben sie ein klares Thema für eine klare Zielgruppe, einen festen Rhythmus und jemanden, der ihnen die Technik abnimmt.

Kann ich einen Podcast mit KI erstellen?

Ja, aber nicht den, den du als Unternehmer brauchst. Tools wie NotebookLM von Google machen aus Dokumenten ein Gespräch zwischen zwei KI-Stimmen, seit 2025 auch auf Deutsch. Zum Lernen ist das praktisch, und Google weist selbst darauf hin, dass diese Zusammenfassungen Fehler enthalten können.

Ein Business-Podcast funktioniert, weil Menschen dir zuhören. Deine Stimme, deine Haltung und deine Geschichten bauen Vertrauen auf, das keine KI-Stimme ersetzt. Warum das so ist, steht im Beitrag Parasoziale Beziehung im Podcast. Wo KI dir wirklich Arbeit abnimmt, nämlich bei Shownotes, Transkripten und Clips, zeige ich dir im Beitrag Podcast-Automatisierung mit KI.

Bonus

Unser Podcast-Launch-Blueprint

Damit du beim Launch nichts vergisst, haben mein Team und ich unsere Vorlagen für den Podcast-Start zusammengestellt. Du trägst deine E-Mail-Adresse ein und bekommst Zugang zu unserem Google-Drive-Ordner mit allen PDFs und Vorlagen.

Zum Podcast-Launch-Blueprint

Fazit zum Podcast erstellen

Einen Podcast zu erstellen schaffst du in 30 Tagen. Ihn ein Jahr lang durchzuziehen ist die eigentliche Aufgabe. Wer sein Ziel kennt, den Aufwand ehrlich einplant, mit drei bis fünf Folgen plus Trailer startet und seine Zahlen richtig einordnet, gehört nicht zu den 41,7 Prozent, die nach ein paar Monaten aufhören.

Häufige Fragen

In sieben Schritten. Konzept festlegen, Name, Cover und Intro gestalten, Technik besorgen, aufnehmen, schneiden, die Folgen bei einem Hoster hochladen und mit drei bis fünf Folgen plus Trailer starten. Über den RSS-Feed des Hosters landet dein Podcast auf Spotify, Apple Podcasts und den anderen Plattformen.

Ein gutes Mikrofon, Kopfhörer mit Kabel, ein Schnittprogramm und einen Podcast-Hoster. Für einen Audio-Podcast reichen ab ca. 200 € für das Material. Für Video kommen eine Kamera oder Webcam und Licht dazu.

Wer alles selbst macht, sollte mit mehreren Stunden pro Folge rechnen, für Gästeplanung, Aufnahme, Schnitt, Shownotes und Veröffentlichung. Ein geübtes Team braucht für eine halbe Stunde Audio grob eine Stunde Nachbearbeitung. Mit einem festen System oder einer Agentur sinkt dein eigener Aufwand auf ca. eine Stunde pro Woche.

Mit drei bis fünf Folgen, am besten alle am Launch-Tag oder in der Launch-Woche, plus einem kurzen Trailer. So können neue Hörer direkt weiterhören und wissen sofort, worum es geht und wer du bist.

Weniger, als die meisten denken. Beim Hoster Buzzsprout kommt die mittlere Folge in den ersten sieben Tagen auf 27 Downloads. Mit 96 liegst du vor drei Vierteln aller Podcasts, mit 412 in den besten zehn Prozent (Stand September 2026).

In 30 Tagen zum eigenen Podcast.
Konzept, Technik, Branding, Schnitt und Launch auf Spotify, Apple und YouTube. Wir bringen deinen Podcast an den Start, und du investierst eine Stunde pro Woche.
Erstgespräch buchen Zum kostenlosen Erstgespräch